SYNTHESE

Als die Raupe dachte, ihre Welt sei zu Ende, wurde sie zum Schmetterling

Wie du ein persönliches Problem mit diesen drei einfachen Schritten sicher (NICHT) lösen kannst

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Man kann sich die letzten Jahre einem interessanten, sich viral verbreitendem Trend im Internet, der nach diesem oder ähnlichem Schema läuft, kaum entziehen:

Hast du ein persönliches Problem zu lösen, z.B., wie du deine Partnerschaft verbessern kannst, wie du schneller loslassen oder – ganz hoch im Trend – wie du glücklich sein kannst, gehe diese drei Schritte durch, und du wirst -versprochen – in kürzester Zeit eine Lösung finden!

1) Schalte ein internetfähiges Gerät ein.

2) Gib im Suchfeld einen bis drei Begriffe ein, die dein Problem beschreiben.

3) Finde in zwei Millionen Ergebnissen die beste Lösung für dich und

ich verspreche dir, du wirst, OHNE Denken und Fühlen zu müssen, die beste Lösung für dich finden.

Wenn du jetzt nicht skeptisch geworden bist, dann spätestens beim gescheiterten 15’ten Versuch, die vorgeschlagene Lösung langfristig umzusetzen und nachhaltig etwas zu ändern, solltest du deine Vorgehensweise hinterfragen!

Mit Recht.

Jeder Mensch ist absolut einzigartig und jedes Problem eine Aufforderung DEINES innersten Wesens nach Weiterentwicklung (und nicht die eines anderen).

Keine Weiterentwicklung wird vollzogen ohne Gehirnschmalzverbrauch und ohne die Mitbeteiligung DEINES Herzens. Hochgepriesene und liebevoll angebotene Fertiglösungen sind Resultat des Verbrauchs von Gehirnschmalz und Streben des Herzens eines anderen! Dein persönliches Problem ist aber absolut einmalig, nur für dich „kreiert“. Wie kann dann die Lösung eines anderen für dich funktionieren!?

Ein Beispiel:

Du möchtest etwas Unangenehmes loslassen, du fragst das Allwissensbuch Google nach einer Lösung, es serviert dir zwei Millionen Ergebnisse, und du pickst ein bis zwei heraus, die dich am meisten ansprechen – um nicht zu sagen, bei dir auf wenig Widerstand stoßen -, und setzt sie um (oder besser gesagt, versuchst sie umzusetzen).

Das Problem ist, dass Loslassen (wollen) für dich eine ganz andere Bedeutung haben kann als für denjenigen, der diese Lösung anbietet.

Die Lösung eines Loslassen-Problems bedeutet für mich z.B.: dableiben/dabeibleiben/nicht weggehen/festhalten, da zu rasches Loslassen/Weggehen meinem Grundverhaltensmuster entspricht. Verhalte ich mich weiter so, ändere ich nichts an meiner Situation, sprich, ich mache keine Fortschritte, ich entwickle mich nicht weiter, ich bleibe da, wo ich gerade bin, bzw. mein Problem bleibt weiter bestehen.

Fertiglösungen sind gut für die Lösung von Problemen technischer oder praktischer Art, z.B., ich möchte meinen Blog optimieren, besser schreiben können oder meinen Keller umbauen.

Bereits bei der Intention, öfter Sport zu machen, wird eine Fertiglösung nicht mehr – zumindest nicht langfristig – funktionieren, da die Ursachen DEINES Widerstands gegen Sport sehr spezifisch sein können.

Fertiglösungen als Impulsgeber, Inspiration oder Werkzeug/eine Technik, um deine EIGENE Lösung zu finden; JA!

Alles andere ist unnötige Ressourcenverschwendung in Form von Zeit und Aufwand!

Spiegelt dieser Trend unsere Gewohnheit, alles als Konsumgut zu betrachten und schnell (mit möglichst geringem Aufwand) mal im Internet eine Lösung zu finden, nicht wider?

Leider, JA!

Persönliche Entwicklung gehört – zum Glück – der Welt der Biologie, der Welt des Lebendigen an. Wenn absolute Spezifität und ständiger Wandel zwei Hauptmerkmale der lebendigen Welt sind, wie können standardisierte Lösungen die (selbst gut gemeinte) Antworten auf unsere Fragen sein?!

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